Zahlen, Studien und Umfragen, die uns begeistern (oder auch nicht)

In unserem Agenturrundbrief early bird berichten wir regelmäßig über interessante Studien und Umfragen. Wir haben einige aus dem letzten Halbjahr zusammengetragen.

Zufriedenheit und Glück sind durchaus unterschiedlich in der Welt verteilt. Das kann unter Umständen historische Gründe haben, auf jeden Fall ist das Glücksempfinden von Land zu Land unterschiedlich, das zeigen zwei interessante Untersuchungen:

Der Limes ist immer noch in unseren Köpfen

Eine Studie der Universität Jena belegt jetzt aktuell, dass der Limes Germanicus, der ehemalige römische Grenzwall, noch heute für das Wohlbefinden der Nachfahren der alten Germanen verantwortlich sein soll. Dies zumindest ist so zu lesen in der Online-Ausgabe von National Geographic.

Laut der Studie sind Deutsche, die in ehemals römisch besetzten Gebieten leben, zufriedener als diejenigen, die in Gebieten wohnen, in denen die Römer nicht herrschten.

Die Forscher werteten dafür psychologische Daten von über 70.000 Menschen aus ganz Deutschland aus. Das Team nutze dabei die Daten zu Gesundheitszustand und Lebenserwartung sowie Fragebögen zur Persönlichkeit, um damit auf deren Lebenszufriedenheit zu schließen. (hg) Mehr bei National Geographic

Im Norden ist man am glücklichsten

Finnland ist weiterhin das Land mit den glücklichsten Menschen; im achten Jahr in Folge, wie aus dem aktuellen Weltglücksbericht  hervorgeht. Danach kommen Dänemark, Island und Schweden, Niederlande auf Platz fünf. Deutschland verbessert sich von 24 auf 22. Die USA fallen um eine Position auf den 24. Platz – schlechteste Platzierung jemals. Die Schweiz bleibt das glücklichste deutschsprachige Land, rutscht aber von 9 auf 13 ab. Auch Österreich verliert und landet drei Ränge weiter hinten als im Vorjahr auf Position 17. Für uns bleibt die Frage: Fünf Nordländer auf den ersten Plätzen. Was machen die richtig?

Der Weltglücksbericht wird alljährlich von einem interdisziplinären Forscherteam um das Wellbeing Research Centre der Universität Oxford zum Weltglückstag am 20. März veröffentlicht. Hier geht es zum Happiness Report:

Irgendwie scheint es so, als ob Zufriedenheit und Glück auch etwas mit Gerechtigkeit zu tun haben könnten. Denn wieder sind die Nordländer wie beim Glück auch bei der Gerechtigkeit ganz vorn. Und dann wird in diesem Jahr Kopenhagen auch noch zur lebenswertesten Stadt. Wir brauchen unbedingt mal eine Studie, die erklärt, was die Nordmänner und –frauen eigentlich richtiger machen als andere:

Studie Gerechtigkeit: Deutschland auf Platz 10

Nordeuropa ist laut der aktuellen IW Köln-Studie zur Gerechtigkeit die Region, in der es im Vergleich von 34 „entwickelten“ Staaten am gerechtesten zugeht: Norwegen, Schweden und Dänemark belegen die ersten drei Plätze, Deutchland liegt hinter Österreich und vor der Schweiz auf Platz 10. Die Türkei bildet das Schlusslicht, Japan und USA belegen die Plätze 29 und 30. Das Ranking auf tagesschau.de:

Ranking lebenswerter Städte: Kopenhagen löst Wien ab

In der Rangliste der lebenswertesten Städte der Welt gibt es nach Jahren erstmals wieder einen Wechsel an der Spitze: Wien ist nach dreimaliger Topplatzierung von Kopenhagen abgelöst worden. Gleich sechs deutsche Metropolen schaffen es unter die Top 25. Frankfurt am Main belegt als bestplatzierte deutsche Stadt den achten Rang, gefolgt von München (17.), Düsseldorf (19.), Hamburg (20.), Berlin (21.) und Stuttgart (23.). Zum Ranking:

Deutsche Medien gelten als glaubwürdig

Das Vertrauen in Medien ist in Deutschland wieder gewachsen. Eine repräsentative Studie zeigt: Junge Menschen schätzen soziale Medien überwiegend als nicht ausgewogen ein, wählen sie aber dennoch als Hauptinformationsquelle. 83 Prozent der Deutschen bewerten die Qualität des Informationsangebots der Medien in Deutschland als gut oder sehr gut. Das zeigt eine repräsentative Befragung, die Infratest dimap im Auftrag des WDR durchgeführt hat. Seit November 2015 war es die siebte umfassende Befragung in der Reihe.

Es gibt ja viele Mythen, die nicht zuletzt von den Medien befördert werden. Hier geht es um den Mythos von den faulen Deutschen, den unser Kanzler im Frühjahr postuliert hat. Und es wird mit dem Glauben aufgeräumt, dass öffentliche Verkehrsmittel eigentlich nur Geld kosten:

Der Mythos von den faulen Deutschen

In Deutschland sind insgesamt mehr Menschen arbeitstätig als in vielen anderen Ländern, allerdings davon ein hoher Anteil in Teilzeit. Das drückt den Schnitt der Arbeitsstunden enorm und schränkt die Vergleichbarkeit zwischen den Ländern sehr stark ein. Tatsächlich arbeiten die Deutschen heute mehr als noch vor 12 Jahren, dazu muss man sich die Vollbeschäftigten anschauen.  Zudem limitiert vor allem der Fachkräftemangel die deutsche Wirtschaft – und wohl weniger die individuelle Einsatzbereitschaft. Auch mangelnde Betreuungsmöglichkeiten für Kinder halten besonders Frauen davon ab, in Vollzeit arbeiten zu können. Und der steile Steuertarif bei mittleren Einkommen macht Mehrarbeit unattraktiv. Zuschläge bei Nacht- oder Wochenendarbeit? Keineswegs selbstverständlich. Und dann unsinnige Fehlanreize wie die Rente mit 63. Ältere sollteneher länger im Job gehalten und Zugewanderte besser integriert werden. Es gibt viel zu tun, liebe Regierung, packen Sie die Arbeit an! (wth)

Wer das noch intensiver nachlesen will:

Mehr zur Arbeitszeit in Deutschland:

ÖPNV bringt mehr ein als er kostet

Der öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) bringt der Volkswirtschaft dreimal so viel ein, wie er kostet: Das ergab eine im Auftrag der Deutschen Bahn erstellte Studie. Demnach sorge der ÖPNV jährlich für rund 75 Milliarden Euro Wertschöpfung – bei Betriebskosten von etwa 25 Milliarden. Der wirtschaftliche Nutzen erstrecke sich von Fahrzeugbau über Einzelhandel bis zum Tourismus. Mehr dazu bei ZDF.de:

Durch den demografischen Wandel wird die Gesellschaft immer älter. Immer weniger Menschen müssen immer mehr Rentner finanzieren. Schon im Jahr 2030 werden auf jeden Rentenbezieher nur 1,5 Beitragszahler kommen, wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) berechnet hat. Zum Vergleich: Im Jahr 1962 waren es noch sechs. Das Rentenniveau in Deutschland soll bis zum Jahr 2031, also noch über die kommende Legislatur hinaus, bei 48 Prozent abgesichert werden. „Die Mehrausgaben, die sich daraus ergeben, gleichen wir mit Steuermitteln aus“, heißt es dazu im Koalitionsvertrag von Union und SPD, Naja, mal sehen, wie lange das noch funktioniert. Zum Thema passen zwei Studien:

Zu viele Babyboomer gehen frühzeitig in Rente

Fast jeder zweite Babyboomer im Rentenalter ist bisher vorzeitig in Rente gegangen. Konkret handle es sich um 1,8 Millionen Menschen aus den Boomer-Jahrgängen, die bis 2023 ins Rentenalter gekommen sind. Bezogen auf alle Angehörigen des jeweiligen Geburtsjahrgangs ist das ein Anteil von 44 Prozent, bezogen auf die Neurentnerinnen und -rentner laut Rentenversicherung mehr als 55 Prozent.

Ändert sich der Trend zum vorzeitigen Renteneintritt nicht, beziehen laut IW-Studie, die der Deutschen Presse-Agentur vorlag, ab 2025 erwartungsgemäß jährlich mindestens eine Million Babyboomer vor Überschreiten des Regelalters gesetzliche Rente. Zur Studie:

Wir brauchen mehr Silver Worker

Immer noch gibt es goldene Handschläge in die Frühverrentung. Im Vergleich mit Skandinavien ist die Erwerbsbeteiligung bei den über-60-Jährigen in Deutschland um 10 Prozent geringer. Das ist nicht nur ökonomisch eine ungerechte Umverteilung von Jung nach alt, es ist auch ansonsten Unsinn. In der Politik ist eine Karriere als Silver Worker möglich. Höheres Alter wird mit Erfahrung, Weitsicht und Kompetenz gleichgesetzt. Im Berufsleben hingegen gelten ältere Beschäftigte plötzlich als zu wenig dynamisch, überfordert von der heutigen Technik und mental schon halb im Ruhestand. Seien wir ehrlich: Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein.  Darum ist wichtig, dass wir als Gesellschaft den Wert der Generation 55+ wieder stärker in den Fokus rücken.  

Kommen wir zum Klimawandel. Da kann man es sich leicht machen und ihn leugnen, wie es Trump und die AfD beispielsweise tun. Die schimpfen dann ja auch gerne, dass Maßnahmen gegen den Klimawandel nur unnütz Geld kosten. Leider ist es aber so, dass die Folgen des Klimawandels immer mehr Geld kosten. Hätte man doch schon vor fünfzig Jahren etwas getan, als die ersten Wissenschaftler anfingen zu warnen:

Klimawandel wird teuer

Brände, Stürme, Erdbeben und andere Naturkatastrophen haben im ersten Halbjahr 2025 weltweit Schäden in Höhe von 131 Milliarden Dollar angerichtet. Dies waren nach Analyse des Rückversicherers Munich Re die zweithöchsten Schäden in einer ersten Jahreshälfte seit 1980 und erheblich mehr als im langjährigen Schnitt. Der Klimawandel »verändert das Leben auf der Erde«, sagt Munich-Re-Vorstand Thomas Blunck. Katastrophen seien durch die globale Erwärmung wahrscheinlicher geworden. Allein die Feuer in Kalifornien richteten im Januar Schäden von rund 53 Milliarden Dollar an. Laut Munich Re war dies die teuerste Brandkatastrophe aller Zeiten. Mehr im Spiegel:

Warum wird so wenig gegen den Klimawandel getan?

Der Klimawandel wütet auf der ganzen Welt. In den letzten 30 Jahren gab es 9.400 Extremwetterereignisse. Auch in Deutschland häufen sich Überflutungen und Waldbrände. Die hohe Niederschlagsrate im Sommer entsteht durch verdunstetes Wasser aus dem Mittelmeer, das durch Hitze aufsteigt und als Regen in Europa niedergeht. Seit den 80er Jahren erwärmt sich Europa zudem doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt. Warum wir trotzdem so wenig dagegen tun, fragt sich diese Doku.

Zahlen zur Verschmutzung mit Plastik

Die Kunststoffproduktion habe sich von den Siebzigerjahren bis 2020 auf 367 Millionen Tonnen im Jahr versiebenfacht und könnte ohne Maßnahmen bis 2050 fast 600 Millionen Tonnen im Jahr erreichen. Einen großen Teil machen Einwegprodukte aus, darunter Verpackungen. Insgesamt seien bislang 8,3 Milliarden Tonnen Kunststoff produziert worden und davon 6,3 Milliarden Tonnen zu Abfall geworden, der großenteils auf Deponien landete. In Flüssen und Ozeanen haben sich nach Schätzungen weltweit 152 Millionen Tonnen Plastikabfälle angesammelt. Quelle: Deutsches Umweltministerium

Und zum Abschluss werfen wir noch locker mit ein paar Zahlen um uns:

Deutschland hat 500 mehr Superreiche

Rund 3.900 Superreiche besitzen in Deutschland mehr als ein Viertel des gesamten Finanzvermögens unseres Landes. Das geht aus einer Studie der Boston Consulting Group hervor. Damit steht Deutschland mit seinen Superreichen an dritter Stelle nach USA (33.000) und China (9.200). tagesschau.de weiß mehr:

Traurige Zahlen

Schäden durch Ladendiebstähle haben 2024 wieder einen Rekordwert erreicht: Knapp drei Milliarden Euro. (Quelle: Forschungsinstitut EHI).

Jeder fünfte Deutsche kann sich keine einwöchige Urlaubsreise leisten. (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Zahlen zur Stimmung in der Gesellschaft

69 Prozent der Deutschen haben einen negativen Eindruck: Wie eine Umfrage des Instituts Insa für T-Online ergab, haben dagegen nur 25 Prozent der Befragten einen sehr positiven oder eher positiven Eindruck. Im Osten Deutschlands bewerten 75 Prozent der Deutschen die Stimmung im Land als negativ, im Westen 69 Prozent. Unterschiede gibt es entlang der Parteienanhängerschaft. So haben Unionsanhänger noch den positivsten Eindruck: 57 Prozent der Befragten haben einen sehr negativen oder eher negativen Eindruck von der Stimmung, 40 Prozent sehen sie positiv. Unter den AfD-Wählern haben hingegen 84 Prozent ein negatives Stimmungsbild. Der Eindruck ist zudem umso positiver, je höher der sozioökonomische Status ist.

Konfessions-Zahlen

Erstmals in der Geschichte Deutschlands gibt es mehr Konfessionslose als Katholiken und Protestanten. Demnach gibt es rund 39 Millionen Menschen ohne Religionszugehörigkeit und etwa 38 Millionen, die noch Mitglied bei einer der beiden großen Kirchen sind. Dennoch ist die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland zumindest statistisch und rechnerisch noch religionszugehörig. Denn neben Mitgliedern der beiden großen Kirchen gibt es rund 3,3 Millionen konfessionsgebundene Muslime (vier Prozent Bevölkerungsanteil) sowie Hunderttausende weitere Christen oder Menschen, die christlichen Gemeinschaften angehören, darunter verschiedene Orthodoxe, Freikirchler, Zeugen Jehovas. Quelle: Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland

Neue Corona-Zahlen

Nach neuesten Schätzungen der WHO hat Corona bis zu 20 Millionen Menschen das Leben gekostet. Zum Vergleich, Aids hat bisher weltweit 36 Millionen Menschen das Leben gekostet, die Spanische Grippe von 1918-1920 zwischen 27 und 50 Millionen.

In Deutschland starben rund 174.000 Menschen. Corona brachte aber auch Milliarden an ökonomischen Schäden und schlug Schneisen der seelischen und sozialen Verwüstungen in viele Gesellschaften.

Mal eine Zahl zur Erinnerung

Russland ist mit 17 Millionen Quadratmetern das größte Land der Erde.

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