
Dies ist eine Geschichte, die meine Tochter mir vor längerer Zeit erzählte, weil sie sie so schön fand. Sie wiederum hatte sie auf einer Weihnachtsfeier gehört. Es ist also ein bisschen stille Post und ich weiß nicht von wem die Geschichte eigentlich ist.
Vier Kerzen brennen am Adventskranz. Es ist so still, dass man hört, wie die Kerzen zu reden beginnen. Die erste Kerze seufzt: “ Ich heiße Frieden. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten gerade überhaupt keinen Frieden auf der Welt. Sie wollen mich nicht mehr.” Ihr Licht wird immer kleiner und verlischt schließlich.
Da flackert auch die zweite Kerze: ” Ich heiße Glauben. Aber auch ich bin überflüssig. Die Menschen glauben an nichts mehr. Es hat keinen Sinn mehr, dass ich brenne.” Auch die zweite Kerze geht aus.
Leise und sehr traurig meldet sich die dritte Kerze zu Wort: ” Ich heiße Liebe. Ich habe keine Kraft mehr zu brennen. Die Menschen beachten mich nicht mehr. Sie sehen nur sich selbst und nicht die anderen.“ Und mit einem letzten Aufflackern erlischt auch ihr Licht.
Da kommt ein Kind in das Zimmer. Es schaut die Kerzen an: “ Aber ihr sollt doch brennen und nicht aus sein! “ Und fast weint es. Da meldet sich die vierte Kerze: “ Hab keine Angst! Solange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden. Ich heiße Hoffnung!”
gehört von Thorsten Windus-Dörr